Der noch amtierende Bürgermeister von Nordhalben, Michael Pöhnlein, war im Bayerischen Landtag, um im Rahmen einer Petition auf die Lage aufmerksam zu machen. Das Thema wurde im zuständigen Umweltausschuss behandelt. Dabei wurde deutlich: Die Wasserinfrastruktur in Nordhalben ist in weiten Teilen veraltet und dringend sanierungsbedürftig. Viele Leitungen haben ihre Lebensdauer erreicht oder überschritten. Der Sanierungsdruck ist hoch – und mit ihm steigen die Kosten. Gleichzeitig fehlt der Gemeinde zunehmend die finanzielle Grundlage: geringe Gewerbesteuereinnahmen Leerstände bei Wohnhäusern demografischer Wandel mit sinkenden Einwohnerzahlen Der eigentliche Härtefall ist daher nicht der einzelne Bürger – sondern die Kommune selbst. Die notwendigen Investitionen in die Wasserversorgung sind für Nordhalben kaum noch zu stemmen. Ohne zusätzliche Unterstützung drohen weitere Belastungen. Hinzu kommt die besondere Situation rund um die Ködeltalsperre: Während sie überregional genutzt wird, bleibt für Nordhalben vor Ort nur wenig konkreter Nutzen. Die ursprünglich zugesagte touristische Nutzung (z. B. Wassersport) wurde gestrichen. Einnahmen aus der Stromerzeugung fließen nicht an die Gemeinde zurück. Vor diesem Hintergrund forderte Michael Pöhnlein, die Förderquote von derzeit rund 70 % auf bis zu 90 % zu erhöhen. Selbst ein Eigenanteil von 30 % ist für eine strukturschwache Kommune wie Nordhalben kaum tragbar. Zudem wurde eine schnellere Auszahlung der Fördermittel gefordert, damit notwendige Maßnahmen nicht weiter verzögert werden. Unterstützung erhielt die Petition von Harald Meußgeier, Mitglied des Bayerischen Landtags (AfD). Er machte deutlich, dass hier dringend gehandelt werden müsse. Nordhalben steht beispielhaft für viele ländliche Regionen, die unter ähnlichen strukturellen Problemen leiden. Aus seiner Sicht ist es entscheidend, die Kommunen in dieser Situation nicht allein zu lassen und jetzt konkrete Unterstützung zu leisten. Die Lage ist ernst. Wenn nicht zeitnah gehandelt wird, droht eine weitere Verschärfung der Situation – bis hin zu erheblichen Einschränkungen der kommunalen Handlungsfähigkeit. Die Petition wurde jedoch mit 80/4 erledigt. Der Abgeordnete Harald Meußgeier hatte stattdessen eine 80/3 („Würdigung“) gefordert, also zumindest die offizielle Anerkennung des Problems. Zur Einordnung: 80/4 bedeutet, dass kein weiterer Handlungsbedarf gesehen wird. 80/3 hätte bedeutet, dass das Problem anerkannt wird. Damit bleibt eine wichtige Chance ungenutzt, die Situation vor Ort spürbar zu verbessern. Nordhalben steht weiterhin unter massivem Druck – und braucht Lösungen.
